"Eine Insel sind wir nicht - wir wollen Brücken bauen" - unter diesem Motto
stand die diesjährige Projektwoche der Integrierten Gesamtschule (IGS) Schaumburg in Stadthagen, die vom
14. - 17.06.99 stattfand. Ziel und Zweck dieser Projektwoche war es, Schüler für die Arbeit von Vereinen
zu begeistern, die "eine wichtige Funktion für unser Gemeinwesen haben" (Zitat aus dem Anschreiben der IGS).
Da auch wir solch ein Anschreiben erhielten und uns auch sofort angesprochen fühlten, boten wir an,
zusammen mit einigen computererfahrenen Schülern ein Internet-Cafe aufzubauen und bei der Präsentation
am 17.06. zum Surfen zur Verfügung zu stellen. Was passt bei einem Computer-Club schließlich besser zu
dem Slogan, als ein Internet-Cafe, in dem zum einen der Allgemeinheit, die (noch) über keinen eigenen
Internetanschluß verfügt, die Möglichkeit geboten bekommt, im Internet zu surfen und zum anderen die
Nutzer Kontakte (Brücken) zu anderen Internetnutzern aufbauen können.
Einige Zeit später setzte sich dann auch Herr Ziegler, Lehrer an der IGS, mit uns in Verbindung
und teilte uns mit, er sei unser Ansprechpartner bei der Aktion und würde die Aktion auch von Seiten der
IGS betreuen, soweit dies seine Computerkenntnisse zuließen, Internet-Erfahrung habe er nämlich keine.
Anhand unseres Projektvorschlages wurde dann die Ankündigung erstellt, nach der sich die Schüler der 9.
und 10. Klassen für unser Projekt anmelden konnten:
"Wo bitte geht's ins Internet? Computer für Fortgeschrittene - Computer vernetzen, Programme einrichten,
im Internet surfen" (zugegeben: leicht gekürzt!)
Eine Woche vor der Aktion war dann ein erstes Treffen mit den Schülern die, sich angemeldet hatten, um
das nähere abzusprechen und sich kennenzulernen. Um zu wissen, wie die Interessen und Kenntnisse sind,
habe ich natürlich unter anderem danach gefragt, wie lange sich die einzelnen schon mit Computern
beschäftigen. Die Antworten reichten von "Vier Monate" bis "Elf Jahre" "Wie alt bist Du denn?" "16"
Dann kam das wichtigste, namlich die Frage danach, wofür sich die einzelnen am meisten interessieren
und was sie während der Aktion machen möchten:
"Spielen", "Surfen", "Chatten", "Chatten? Was ist das?", "Rechner vernetzen, Software installieren,
Router konfigurieren, ein Internet-Cafe aufbauen und betreiben" (OK, das kam von mir!), ..........
Nachdem wir nun erfahren hatten, dass wir alle im Bezug auf die Aktion das gleiche Ziel hatten,
konnte es ja losgehen. Ich sage es gleich: Murphy hätte seine helle Freude gehabt.
Unser Zeitplan war: Am ersten Tag Betriebssysteme installieren (falls nötig), Netzwerkkarten einbauen und
einrichten. Am zweiten Tag die Router-Software installieren und konfigurieren, den Internetzugang testen,
letzte Korrekturen am Netzwerk. Am dritten Tag dann Erstellen von Listen mit empfehlenswerten
Internetseiten, Erstellen von Werbe-Plakaten, Erarbeiten von Grundsätzen für das Internet-Cafe
(keine Porno-Seiten ....). Und am vierten Tag dann die große Präsentation.
Und wer uns kennt, weiß, dass alles ganz, ganz anders kam ...........
Am ersten Tag mußten Carsten Warnecke und ich zuallererst alle verfügbaren Club-Rechner aus der
Alten Polizei holen, da die Schüler bei weitem nicht so viele Rechner mitgebracht hatten, wie zugesagt.
Ähnlich ging es dann mit Netzwerkkarten, Kabeln etc.. Die Netzwerkkarten des Clubs ließen sich plötzlich
nicht mehr richtig konfigurieren, Windows95 weigerte sich beharrlich, auf einigen Rechner zu laufen,
einige Rechner, die eigentlich in Ordnung waren, bekamen keinen Netzwerkzugriff und viele Nettigkeiten mehr.
Einige Schüler, die komplett eingerichtete Rechner mitgebracht hatten und somit nichts zu tun hatten,
nutzten die Zeit zum Spielen ........
Am zweiten Tag versuchten wir dann weiter, alles zum Laufen zu kriegen. Die IGS stellte noch Kabel etc. zur
Verfügung, einige Schüler versuchten, die Rechner, die sich immer noch beharrlich weigerten, zum Laufen zu
kriegen, Ingo verzweifelte bei den Versuchen, die Netzwerkkarten zu konfigurieren und das Netzwerk zum
Laufen zu kriegen, einige spielten immer noch ("He! Metzelt da hinten mal etwas leiser!")......
Kurz vor Mittag änderte sich dann die Situation: Die Spieler kümmerten sich plötzlich auch um das Netzwerk
("He, warum habe ich keine Netzwerkverbindung? Zu Hause hat das noch funktioniert!"),
Ingo fand das erste Netzwerkproblem ("Haben wir auch noch irgendwo HEILE Kabel???"),
mit den restlichen Rechnern ging es auch vorwärts ("Das Ding stürzt sogar unter DOS ständig ab!"),
nur unsere Netzwerkkarten weigerten sich weiterhin hartnäckig.
Am dritten Tag blieb uns also nichts weiter übrig, als weiter zu basteln. Aber plötzlich klappte fast alles:
Ingo schaffte es die Netzwerkkarten zu konfigurieren, auch die hartnäckigsten Rechner liefen (halbwegs)
stabil, der Internetzugang klappte auch. Also brauchten wir nur noch zu klären, wer sich um Werbezettel
kümmerte ("OK, OK, ich mach es ja selbst!"), Herr Ziegler erstellte eine Liste, welcher Schüler wann
am Donnerstag Aufsicht im Internet-Cafe führen sollte und wir erklärten noch einige Regeln, worauf am
Donnerstag zu achten ist. Und dann bekamen diejenigen, die ständig surfen wollten, endlich ihren Willen:
Sie konnten ins Internet! ("Muß ich? Was soll ich im Internet? Ich will spielen!")
Auch am Donnerstag lief dann alles glatt: Dank Herrn Zieglers Liste ("Ups, die liegt zu Hause auf dem Tisch!")
wußte jeder, wann er da zu sein hatte, die Schüler kamen in Scharen zum Surfen und wir hatten alle Hände
voll zu tun und waren letztendlich alle fix und fertig, als die Präsentation vorbei war. Danach mußten nur
noch alle Geräte wieder abgebaut werden und zurück in die Alte Polizei ("Ingo? Hatten wir vor der Aktion
auch schon einen IBM-Monitor und eine Win98-CD hier?????")
Aber obwohl hier alles ziemlich chaotisch klingt, war es doch alles in allem eine ziemlich geniale Aktion,
nicht zuletzt durch die tolle Zusammenarbeit mit der IGS, ohne die wir doch etliche Probleme gehabt hätten!
Wer nähere Informationen zur IGS Schaumburg sucht, findet diese auf der
Homepage der IGS.