Security-Veranstaltung im Juni 2005

Security-Veranstaltung in der Jugendfreizeitstätte

Am 25. Juni 2005 von 15:00 - 19:00 wird in der Jugendfreizeitstätte eine Veranstaltung zum Thema PC-Sicherheit stattfinden. Es werden unter anderem die Bereiche WLAN, Bluetooth, Firewalls und Virenscanner angesprochen. Unter anderem werden Sicherheitsrisiken in der Praxis gezeigt. Die Veranstaltung versteht sich allerdings nicht als Hacker-Seminar sondern soll dem normalen Anwender die Risiken seiner PC-Benutzung vor Augen führen und wie einfach er diese Risiken beheben kann.



Nachlese

Leider war die Resonanz auf diese Veranstaltung nicht sehr groß. Eigentlich schade, wenn man sich die Sorglosigkeit vieler PC-Benutzer ansieht. Lediglich drei Besucher haben an der Veranstaltung teil genommen.

Nun aber zum Ablauf der Veranstaltung.

Angefangen wurde mit allgemeinen Informationen zu Sicherheitslücken, Viren, Würmern und Hackern. Also eine grundlegende Unterteilung des Themas Sicherheit.

Als erster Punkt wurden Funknetze wie WLAN oder Bluetooth behandelt. Es wurden Schwächen bei der WEP-Verschlüsselung und War-Driving erörtert. Auch Einbruchsmöglichkeiten über Bluetooth in Handys wurden angesprochen. Die rechtliche Seite von WLAN-Einbrüchen kam dabei auch nicht zu kurz. Es wurde der Verbindungsaufbau mit einem unverschlüsselten Test-WLAN gezeigt und wie verbreitet unverschlüsselte WLAN-Heimnetze in unserer Region sind. Die Datei Konsumentenschutz_Wireless.pdf vom Schweizer Wireless-Forum kann mit Infos und Gefahren von WLAN-Netzen als Hilfe für den Aufbau eines WLAN-Netzes verwendet werden.

Als zweiter Punkt wurde Schad-Software (Viren, Würmer, Trojaner, Dialer, Spyware, ...) angesprochen. Es wurden einige dieser Programme gezeigt und erläutert, wie stark diese Programme ein Netzwerk beeinflussen können.

Als dritter Punkt kamen Programmierfehler und Security-Patche zur Sprache. Es wurde unter anderem erklärt, wie Buffer-Overflows und Race-Conditions im Computer ablaufen.

Der vierte Punkt betraf den Menschen als unsichere Stelle. Es wurden sichere Passwörter, social Engineering und Konfigurationsfehler angesprochen.

Der fünfte Punkt befaßte sich mit Datensicherheit auf Speichermedien (sicheres Löschen, verschlüsseln, ...), Netzwerkfreigaben, sniffen (mitlesen) von Netzwerkverkehr und Einbruch in Netzwerkverbindungen (Man in the Middle). Als Praxisvorführung wurde das Mitlesen von Mailverkehr (POP3, SMTP), FTP oder Telnet gezeigt und erörtert, wie man diese Anwendungen mit SSL, SSH und VPNs absichern kann.

Als sechster und letzter Punkt wurde die gewerbliche Seite (Industriespionage) und die verschiedenen Absichten der Hacher, Script-Kiddies, ... angesprochen.

Um etwa 19:30 war die Veranstaltung dann beendet. Die anwesenden Teilnehmer waren doch teilweise entsetzt, wie leicht einem etwas am PC passieren kann und was alles möglich ist.

Eine Abschlußbemerkung von mir:

Wenn man sich die Sorglosigkeit der PC-Benutzer ansieht, und wie leicht man über fremde unverschlüsselte WLANs ins Internet kommt, von ungesicherten PCs oder Netzwerkfreigaben Bewerbungsunterlagen, Kassenabrechnungen, Bankauszüge oder Zugangskennungen herunterladen kann, so ist das mangelnde Interesse der PC-Benutzer an Computer- und Netzwerk-Sicherheit absolut erschreckend. Frei nach dem Motto "Augen zu und durch - mir wird schon nichts passieren". Spätestens, wenn jemand mit der eigenen eBay-Kennung ein Auto ersteigert oder jemand über das freie WLAN ein Firmen-Netz gehackt hat und die Staatsanwaltschaft vor der Tür steht kommt dann das böse Erwachen. Dann ist das Kind aber meißtens schon in den Brunnen gefallen. Erklären Sie einmal jemanden, warum Ihre IP-Adresse und Internet- Kennung bei einem Netzwerk-Angriff (oder anderer strafbarer Handlung) erscheinen und Sie trotzdem nicht der Angreifer sind. Da fehlen einem auf einmal die Argumente.

Eventuell werde ich diese Info-Veranstaltung noch einmal wiederholen. Ich hoffe, die Resonanz wird dann etwas größer sein. Bis dahin wünsche ich allen einen sicheren und Virenfreien Computer-Alltag.


Artikel: Bernd Dähnrich